Donnerstag, 23. März 2017

Neuer Raum

Ich denke viel an dich in diesen Tagen.
Ich spüre wohltuende Weite zwischen uns.
Aufbruch und neue Möglichkeiten.

Die neue Weite verändert unsere Verbindung.
Sie ist heller und lichtvoller geworden.
Sie ist ruhiger geworden, fast still.

Unsere Verbindung hat mich stark gemacht.
So stark, dass ich heute fest in mir stehe,
ohne Sehnsucht, ohne Bedürftigkeit.

Unsere Verbindung hat mich frei gemacht.
So frei, dass ich mich heute zeige, wie ich bin,
ohne mich zu verbiegen, ohne mich zu verstecken.

Ich denke viel an dich in diesen Tagen.
Ich spüre wohltuende Weite zwischen uns.
Aufbruch und neue Möglichkeiten.

Das Licht und die Stille sind ungewohnt.
Meine Liebe fliesst weich und sanft.
Sie nährt unseren gemeinsamen Raum.

Wenn auch du stark und frei geworden bist,
wenn auch du in dir stehst und dich zeigst wie du bist,
wird zwischen uns noch mehr neuer Raum entstehen.

Raum, in dem wir unser Licht weiter ausdehnen können.
Raum, in dem wir uns in der Stille neu finden können.
Raum, in dem unsere Liebe weiter wachsen darf.

***
geschrieben am 23.3.2017

Mittwoch, 8. März 2017

Der Weg nach Hause

Wenn die Schleier der Trennung durchlässig sind,
reise ich an einen Ort in meiner Seele.
Manchmal zieht es mich einfach dort hin,
weil ich spüre, dass auch du gerade dort bist.

Dieser Ort hat mir lange Angst gemacht.
Weil er Gefühle weckte, die kaum auszuhalten waren.
Ich wusste immer, dass es ihn gibt.
Wie hätte ich ihn auch vergessen können?

Ich wagte mich viele Jahre nicht mehr da hin.
Zu sehr brachte der Weg den Schmerz zurück,
der mit unserer Liebe verbunden war.
Er schien untrennbar mit ihr verwoben zu sein.

Dann trafen wir uns wieder.
Zusammen gelangten wir mühelos an diesen Ort.
Wir zeigten einander die Liebe,
nach der wir uns so lange gesehnt hatten.

Du gingst fort und ich blieb mit drei Aufgaben zurück:
die Angst zu überwinden,
den Weg alleine zu gehen,
den Ort zu meinem Zuhause zu machen.

Ich habe mich der Angst gestellt.
Sie machte mich wütend und hilflos.
Ich haderte, ich schrie und heulte.
Ich traf auf offene Wunden.

Ich erschrak und schaute sie mir an.
Sie waren tief und äusserst empfindlich. 
Ich überwand die Angst und nahm mir Zeit für sie.
Ich erlaubte ihnen zu heilen.

Ich bin den Weg alleine gegangen
Er war voller Schutt und Geröll.
Ich musste ihn mit blossen Händen freischaufeln.
Ich schloss Frieden mit meiner Vergangenheit.

Da und dort gabelte sich der Weg.
Ich war ratlos und unsicher.
Ich merkte, dass es egal ist, welche Abzweigung ich nehme.
Jeder Schritt führte mich näher an mein Ziel.

Dann fand ich den Ort in meiner Seele wieder.
Er war voller Licht und Wärme.
Ich spürte, dass ich nicht alleine bin.
Ich fühlte mich geliebt und geborgen.

Nach einer Weile verliess ich den Ort,
glücklich darüber, den Weg alleine gegangen zu sein.
Noch sind unsere Begegnungen flüchtig.
Immer aber sind sie voller Liebe und tiefem Verstehen.

Wenn die Schleier der Trennung durchlässig sind,
reise ich an diesen Ort in meiner Seele.
Wenn du ihn einmal aus eigener Kraft erreicht hast,
kannst du ihn immer wieder gehen.

Die Schleier werden jedes Mal dünner.
Bald werden sie ganz verschwunden sein.
Dann werde ich an diesem Ort der Liebe bleiben können.
Und ihn zu meinem Zuhause machen.

***
geschrieben am 8.3.2017

Freitag, 3. März 2017

Mein Ithaka

Manchmal, in diesem Raum zwischen Schlafen und Wachsein,
lösen sich alle Grenzen auf.
Alles, was uns voneinander trennt,
ist nicht mehr vorhanden.

Nach diesen Nächten bist du mir nicht einfach nur nah.
Du bist in mir drin.
Diese Nächte erinnern mich an unsere eigene Wahrheit.
Du bist ein Teil von mir.

Lange versuchte ich zu verstehen und zu erklären.
Versuchte, diese Verbindung mit dir als Illusion abzutun.
Als etwas, das meiner Fantasie entspringt.
Als Spielart meiner Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit.

Es gab eine Zeit, da war ich nach solchen Nächten am Boden zerschmettert.
Zerrissen von einer unstillbaren Sehnsucht.
Ich meinte, es läge daran, dass du nicht hier bist.
Ich meinte, du alleine könntest meinen Schmerz besänftigen.

Heute weiss ich, dass diese überfliessende Liebe,
die enorme Kraft, die von unserer Verbindung ausgeht,
einzig und alleine dazu da ist,
uns zu uns selber zu führen.

Ich habe aufgehört, in der Sehnsucht nach dir zu verharren.
Ich habe verstanden, dass du mir nichts geben musst.
Ich habe verstanden, dass das Glück in mir selber liegt.
Ich habe angefangen, meine Sehnsucht zu leben.

Manchmal, in diesem Raum zwischen Schlafen und Wachsein,
lösen wir uns ineinander auf.
Wir wechseln in eine Dimension,
in der unsere Seelen verschmelzen.

Wenn ich heute solche Nächte erlebe,
in denen du mir so nahe kommst,
ich dich in mir spüre,
überkommt mich ein grosses Glücksgefühl.

Es sind diese Nächte, die mich demütig machen.
Die mir zeigen, wie nah ich mir selber schon bin.
Meine Seele hat diese Begegnung mit all ihrem Schmerz gesucht.
Weil sie der einzige Weg ist, wirklich frei zu werden.

Ich bin dir unendlich dankbar.
Es ist schön, dass du derjenige bist, mit dem ich dies erleben darf.
Der mir so oft schon mein Licht, meine Schönheit, meine Essenz gezeigt hat.
Es gibt nichts Erfüllenderes.

Vielleicht werde ich diejenige sein, die deine Hand hält, wenn du stirbst.
Aber das ist jetzt nicht wichtig.
Du bist mein Ithaka.
Ohne dich hätte diese Reise niemals begonnen.

***
geschrieben am 3.3.2017